Teilzeitarbeit mindert nicht nur das Gehalt – sondern auch die spätere Rente
Teilzeitarbeit mindert nicht nur das Gehalt – sondern auch die spätere Rente
Teilzeitarbeit kann das Nettogehalt um bis zu 42 % mindern – doch die langfristigen Folgen für die Rente werden oft unterschätzt. Eine neue Analyse zeigt, wie reduzierte Arbeitszeiten die Sozialabgaben verringern und so über die Jahre zu weniger Rentenpunkten führen. Zwar dämpfen Steuerentlastungen den unmittelbaren finanziellen Einschlag, doch das spätere Renteneinkommen könnte deutlich schrumpfen.
Ein 40-jähriger Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen verdient bei einer 40-Stunden-Woche netto 2.315 Euro im Monat. Reduziert er auf 30 Stunden, sinkt sein Lohn auf 1.835,17 Euro – ein Minus von 20,7 %. Bei einem Midijob (20 Stunden) bleiben nur noch 1.352,58 Euro netto, ein Rückgang um 41,6 %.
Dank des progressiven Steuersystems und geringerer Sozialabgaben behalten Teilzeitkräfte zwar einen größeren Anteil ihres Bruttolohns als erwartet. Gleichzeitig sinken aber auch die Rentenbeiträge. 2024 lag das durchschnittliche Jahreseinkommen, das für die Berechnung der gesetzlichen Rente herangezogen wird, bei 47.085 Euro. Bis 2026 soll dieser Wert auf 51.944 Euro steigen – ein Rentenpunkt entspricht dann in etwa einem Jahresverdienst in dieser Höhe. Weniger Arbeitsstunden bedeuten weniger Punkte und damit direkt niedrigere Rentenansprüche.
Um die Folgen abzufedern, empfehlen Experten private Zusatzrenten, betriebliche Altersvorsorge, freiwillige Nachzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung oder finanzielle Anpassungen innerhalb einer Partnerschaft. Diese Strategien sollen die Lücke schließen, die durch geringere Beiträge in Teilzeit entsteht.
Die kurzfristige Entlastung durch Teilzeitarbeit kann die langfristigen Renteneinbußen überdecken. Ohne zusätzliche Vorsorge riskieren Beschäftigte Jahre später ein geringeres Einkommen im Ruhestand. Gegensteuerungsmöglichkeiten gibt es – doch sie erfordern Eigeninitiative, um die finanzielle Sicherheit im Alter zu sichern.
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