Evangelische Kirche prüft Personalakten auf Fälle häuslicher Gewalt
Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft Personalakten auf Fälle häuslicher Gewalt
Die Evangelische Kirche von Westfalen hat eine unabhängige Überprüfung ihrer Personalakten eingeleitet, um mögliche Fälle häuslicher Gewalt aufzudecken. Zwei ehemalige Polizeibeamte mit jahrzehntelanger Ermittlungserfahrung begannen den Prozess am 1. Februar 2023 – zunächst mit den Unterlagen der derzeitigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Prüfung startete mit einem der beiden Ruheständler, ein zweiter wird am 1. März hinzukommen. Ihre erste Aufgabe besteht darin, die Akten des aktiven Personals zu sichten, um sicherzustellen, dass etwaige Feststellungen noch innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfristen liegen. Anschließend widmen sie sich den archivierten Unterlagen, darunter auch denen ehemaliger Beschäftigter.
Die auf freiberuflicher Basis tätigen Ermittler werden verdächtige Hinweise auf Fehlverhalten an die Stelle zur Aufarbeitung häuslicher Gewalt (UVSS) weiterleiten. Je nach Schwere der Vorwürfe können die Konsequenzen arbeitsrechtliche Maßnahmen oder sogar die Kündigung umfassen.
Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für die Aufarbeitung häuslicher Gewalt, wird die regionalen Synoden über den Fortschritt informieren. Während die Evangelische Kirche im Rheinland ähnliche Screening-Verfahren durchführt, bleibt unklar, wie viele weitere Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vergleichbare Schritte eingeleitet haben.
Die Überprüfung umfasst sämtliche Personalakten, die im Landeskirchenamt vorliegen, wobei der genaue Zeitrahmen noch nicht feststeht. Bestätigte Fälle werden von der UVSS bearbeitet, und disziplinarische Maßnahmen werden auf Grundlage der Erkenntnisse entschieden.
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