Ibbenbüren baut Europas größten Stromspeicher auf altem Zechenareal

Janos Neureuther
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Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der weitere Dateninformationen bereitstellt.Janos Neureuther

Ibbenbüren baut Europas größten Stromspeicher auf altem Zechenareal

Ibbenbüren, einst Standort des letzten Steinkohlebergwerks in Nordrhein-Westfalen, plant nun einen mutigen Wandel hin zu erneuerbaren Energien. Die Stadt will das ehemalige Bergwerksgelände in eine riesige Batteriespeicheranlage umwandeln. Bei Fertigstellung könnte diese zweimal täglich eine halbe Million Haushalte in Europa mit Strom versorgen und die Region zu einem zentralen Energieknotenpunkt machen.

Das Projekt markiert einen weiteren Schritt im Ausstieg des Münsterlandes aus der Kohle. Seit der Schließung des Bergwerks 2018 haben Projekte für erneuerbare Energien, neue Industriezweige und EU-geförderte Investitionen bis 2025 über 10.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Die geplante Anlage setzt auf LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat), wie sie auch in Elektrofahrzeugen verwendet werden, um Strom zu speichern und wieder ins Netz einzuspeisen. Mit einer Kapazität von 1,9 Gigawattstunden würde sie zum größten Batteriespeicher Nordrhein-Westfalens werden. Die bestehende Hochspannungsinfrastruktur vor Ort und die Nähe zu Windparks in der Nordsee bieten strategische Vorteile für die Speicherung von Überschussstrom aus Windenergie.

Investoren stellen rund 300 Millionen Euro für das Vorhaben bereit, das der Großspeicherverband (GFGBA) bis Herbst 2028 realisieren will. Verzögerungen sind zwar möglich, doch die Stadt sieht darin einen Grundpfeiler ihrer wirtschaftlichen Neuausrichtung. Bürgermeister Marc Schrameyer (SPD) bezeichnet das Projekt als "grüne Steckdose" für die Region, die Erzeugung und Bedarf erneuerbarer Energien verbindet.

Die Umwandlung ist Teil eines größeren regionalen Wandels. Seit 2018 hat das Münsterland Solarparks (darunter Projekte mit 200 Megawatt Leistung) und Windkraftanlagen ausgebaut sowie neue Branchen wie die Batterieproduktion (etwa Northvolt in Heide) und Logistikzentren angesiedelt. EU-Mittel und das regionale Strukturwandelprogramm haben diesen Übergang unterstützt und die Region aus ihrer Kohleabhängigkeit geführt.

Der Ibbenbürener Batteriespeicher könnte die Energieversorgung Westfalens und des Ruhrgebiets stabilisieren. Indem er Windstrom speichert und bei Bedarfsspitzen abgibt, würde die Anlage helfen, die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen. Ihr Erfolg könnte die Rolle der Region in der deutschen Energiewende weiter stärken.

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