DAAD-Stipendien boomen – während Russland-Kooperationen abrupt enden und US-Forscher:innen nach Deutschland fliehen

Gisbert Huhn
Gisbert Huhn
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Animierte Deutschlandkarte mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.Gisbert Huhn

DAAD-Stipendien boomen – während Russland-Kooperationen abrupt enden und US-Forscher:innen nach Deutschland fliehen

Deutsche Akademische Austauschprogramme erleben tiefgreifende Veränderungen in Nachfrage und Abläufen. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt, während das Interesse deutscher Studierender an einem Studium in den USA um etwa 10 Prozent gesunken ist. Gleichzeitig stellt die Organisation ihre Aktivitäten in Russland ein, nachdem sie von den Moskauer Behörden als "unerwünschte Organisation" eingestuft wurde.

Die Entwicklungen fallen mit einer Verschärfung der US-Forschungsförderpolitik in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump zusammen. Seit dessen Vereidigung im Januar 2025 haben Bundesbehörden wie die National Science Foundation (NSF) und das Energieministerium (DOE) die Mittel für Klimaforschungsprojekte um rund 40 Prozent gekürzt. Spitzenuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton verzeichnen deutliche Rückgänge bei Drittmittelzuwendungen, wobei zusätzliche Einschränkungen bei Fördergeldern für Diversitätsprojekte die Lage weiter belasten. Viele Hochschulen sind gezwungen, sich vermehrt an private Geldgeber zu wenden, um die Lücken zu schließen.

Die Kürzungen treiben immer mehr US-Forschende ins Ausland. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine steigende Zahl von Anfragen amerikanischer Wissenschaftler:innen, die in Deutschland arbeiten möchten. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee bestätigte diesen Trend mit den Worten: "Aktuell gibt es sehr viel Bewegung."

Gleichzeitig zieht sich der DAAD aus Russland zurück. Die Einstufung der Organisation als "unerwünscht" durch das russische Justizministerium zwingt zur Schließung des Moskauer Büros sowie des Deutschen Hauses für Forschung und Innovation. Russische Staatsbürger:innen, die mit dem DAAD kooperieren, müssen nun mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

Während die DAAD-Stipendiennachfrage boomt, lässt das deutsche Interesse an US-Studienprogrammen nach. Amerikanische Forschende, die im eigenen Land mit Mittelknappheit kämpfen, orientieren sich zunehmend nach Europa. In Russland hinterlässt der Rückzug des DAAD akademische Kooperationen in der Schwebe – mit rechtlichen Risiken für alle Beteiligten.

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