"Miss Germany" 2024: Warum dieser Wettbewerb mehr als Schönheit feiert

Irmtrud Bolzmann
Irmtrud Bolzmann
2 Min.
Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayerischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.Irmtrud Bolzmann

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2024: Warum dieser Wettbewerb mehr als Schönheit feiert

Deutschlands nächste "Miss Germany" wird an diesem Wochenende gekürt – in einem Wettbewerb, der über klassische Schönheitsideale hinausgeht. Neun Finalistinnen, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen, treten am 7. März in den Bavaria Studios in München auf die Bühne. Darunter sind zwei Frauen, die wegen ihres Hijabs Kritik erfahren haben, sowie eine Biologin, die sich für die Reduzierung von Tierversuchen einsetzt.

Die Veranstaltung markiert einen Wandel des Wettbewerbs, der nun nicht mehr allein auf Äußerlichkeiten setzt, sondern zukünftige Führungspersönlichkeiten in den Mittelpunkt stellt. Die Organisatorinnen möchten erfolgreiche Frauen feiern, die andere inspirieren können. Zu den diesjährigen Finalistinnen gehört Amelie Reigl aus Würzburg, eine Biologin, die an im Labor gezüchteter menschlicher Haut forscht, um Tierversuche zu verringern.

Zwei weitere Kandidatinnen, Büßra Sayed und Amina Ben Bouzid, sahen sich Vorwürfen ausgesetzt, nicht "deutsch genug" zu sein – wegen ihres Hijabs. Beide berichten offen von Rassismus- und Sexismuserfahrungen, wobei rund 90 Prozent der negativen Kommentare von Männern stammen. Trotzdem bleiben sie entschlossen und sehen ihre Teilnahme als Chance, anderen Frauen Türen zu öffnen.

Sayed, Finalistin in der Kategorie "Female Founder", führt ein Modelabel für Frauen, die Hijab tragen. Ben Bouzid, die in der Kategorie "Female Leader" antritt, fördert aktiv Marken in Frauenhand. Beide leben ihre deutsche Identität selbstbewusst – Sayed scherzt sogar über deutsche Klischees, etwa die Vorliebe für frische Luft.

Das Finale vereint alle neun Frauen in den Bavaria Studios in München. Die Siegerin wird am 7. März gekürt, nach einem Auswahlverfahren, das mit Tausenden Bewerberinnen begann.

Mit der neuen Ausrichtung des Wettbewerbs rücken Führungskraft und Leistung in den Vordergrund – statt klassischer Schönheitskriterien. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid stellt Vorurteile infrage, während Reigls wissenschaftliche Arbeit frische Impulse setzt. Die Siegerin wird in München bekannt gegeben und leitet damit ein Jahr ein, das im Zeichen von Ermächtigung und Wandel steht.

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