Brüder vor Gericht: Illegale Vogelalle im Wald entdeckt und verfolgbar gemacht
Brüder vor Gericht: Illegale Vogelalle im Wald entdeckt und verfolgbar gemacht
Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, in einem Waldgebiet eine illegale Vogelalle gefangen zu haben. Die selbstgebaute Falle, die Tierschützer im Januar 2024 entdeckten, lockte Greifvögel mit Fleischresten an. Nach einer Meldung an die Polizei nahmen die Ermittlungen ihren Lauf – dabei stellte sich heraus, dass die Falle bereits seit Dezember 2021 in Betrieb war.
Bei dem verbotenen Gerät handelte es sich um eine sogenannte Krähenfalle mit einem trichterförmigen Eingang, der den Vögeln die Flucht unmöglich machte. Mit Hilfe von Wildtierkameras am Tatort konnten die Behörden die Verdächtigen identifizieren: einen 67-jährigen Jäger und seinen Bruder. Der Jäger behauptete, die Falle sei nicht funktionsfähig gewesen – doch die Ermittler widerlegten diese Aussage.
Laut Unterlagen soll der Käfig vom Jäger angemietet worden sein. Das Motiv bleibt unklar, doch der Fall wird in Kürze vor dem Amtsgericht Lübbecke verhandelt.
Das Vorfallen ist Teil eines größeren Trends. Seit 2021 haben Naturschutzverbände wie der NABU und regionale Behörden in Deutschland über 500 illegale Vogelallen dokumentiert. Die meisten Fälle gab es in Baden-Württemberg (rund 200 seit 2022), Bayern (150) und Nordrhein-Westfalen (100), oft im Zusammenhang mit jagdlichen Praktiken, bei denen kleine Singvögel wie Finken betroffen sind.
Das Verfahren wird über das Schicksal der beiden Angeklagten entscheiden. Bei einer Verurteilung könnte der Fall die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Durchsetzung des Artenschutzrechts unterstreichen. Die Behörden beobachten weiterhin illegale Fallenstellungen, während Naturschutzorganisationen strengere Kontrollen jagdbezogener Praktiken fordern.
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