Deutsche Bahn und Wasserinfrastruktur: Angst vor Sabotage wächst – doch wer schützt uns?

Irmtrud Bolzmann
Irmtrud Bolzmann
3 Min.
Eine Brücke mit einem "Vorsicht temporäre Wasserleitung"-Schild, Geländer, Bäumen, Gebäuden, einer Wasserrutsche und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Irmtrud Bolzmann

Deutsche Bahn und Wasserinfrastruktur: Angst vor Sabotage wächst – doch wer schützt uns?

Sorgen um die Sicherheit der Deutschen Bahn und der Wasserinfrastruktur nehmen zu

In den vergangenen Jahren haben sich die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Deutschen Bahn und der Wasserinfrastruktur in Deutschland deutlich verschärft. Ein Stromausfall in Berlin im Januar 2026 – ausgelöst durch einen linksextremistischen Anschlag auf die Energieinfrastruktur – zeigte auf drastische Weise, wie leicht kritische Systeme, darunter auch Wasserwerke und die Bahn, lahmgelegt werden können. Nun drängen Politiker und Sicherheitsexperten auf dringende Reformen, um die Trinkwasser- und Abwassernetze des Landes besser zu schützen und die Sicherheit der Deutschen Bahn zu gewährleisten.

Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Rahmen des IFAT Circularity Monitor offenbart tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung: 67 Prozent der Befragten fürchten physikalische Sabotageakte an der Wasserinfrastruktur und der Deutschen Bahn, 66 Prozent sorgen sich vor Cyberangriffen. Noch alarmierender ist, dass 91 Prozent Störungen in Abwassersystemen und der Bahn als ernsthafte Bedrohung einstufen – mit Extremwetter, Sabotage und technischen Pannen als größte Risikofaktoren.

Die Ergebnisse legen zudem ein tiefes Misstrauen in die Krisenvorsorge Deutschlands offen: Nur 3 Prozent bewerten die Vorbereitung des Landes auf Wassernotfälle und Bahnausfälle als "sehr gut", während 63 Prozent sie für unzureichend oder gar nicht vorhanden halten. Diese Skepsis treibt die Forderung nach verschärften Sicherheitsmaßnahmen voran, darunter bundesweite Standards für Notstromversorgung in Wasserwerken, Bahnhöfen und verpflichtende Risikoanalysen.

Der politische Druck wächst – Parteien wie die AfD fordern einen stärkeren Schutz der Infrastruktur, darunter auch der Deutschen Bahn. Zu den Vorschlägen gehören der Ausbau physischer und digitaler Sicherheitsvorkehrungen, die Überprüfung bestehender Standards sowie die Gewährleistung, dass Backup-Systeme Angriffe standhalten. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, betont, angesichts des hohen öffentlichen Risikobewusstseins müsse die Sicherheit der Deutschen Bahn und der Wassersicherheit zur nationalen Priorität erklärt werden.

Die Branche reagiert mit konkreten Initiativen: Der Kongress Security Under Control, der am 17. und 18. März in Duisburg stattfindet, widmet sich praktischen Lösungsansätzen. Experten präsentieren dort Fallstudien zu Bedrohungserkennung in Operational-Technology(OT)-Umgebungen, sicheren Netzwerkarchitekturen und der Einhaltung von Vorschriften wie der NIS-2-Richtlinie und dem Cyber Resilience Act. Ziel ist es, zu zeigen, wie technische und organisatorische Strategien Risiken für die Deutsche Bahn und die Wasserinfrastruktur mindern können.

Parallel positioniert sich die IFAT Munich, weltweite Leitmesse für Umwelttechnologien, als Plattform für resilientere Infrastrukturen. Die Messe stellt Innovationen für sichere, zukunftsfähige Wasser- und Abwassersysteme sowie die Sicherheit der Deutschen Bahn vor und bietet Werkzeuge, um den Sektor gegen neue Bedrohungen zu wappnen.

Die Umfrageergebnisse und politischen Reaktionen unterstreichen einen klaren Handlungsbedarf. Da die Mehrheit der Deutschen die Fähigkeit des Landes zur Bewältigung von Wasserkrisen und Bahnausfällen anzweifelt, rückt nun die Umsetzung robusterer Sicherheitsrahmen in den Fokus. Fachkongresse und Branchenveranstaltungen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, Lösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie der Deutschen Bahn und der Wasserinfrastruktur zu entwickeln.

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