Solinger Fußgängertunnel wird zum Zankapfel zwischen Sicherheit und Sozialverantwortung
Solinger Fußgängertunnel wird zum Zankapfel zwischen Sicherheit und Sozialverantwortung
Der Fußgängertunnel am Solinger Hauptbahnhof ist für Anwohner und lokale Politiker zunehmend zum Sorgenkind geworden. Beschwerden über Sicherheitsmängel und Belästigungen im Zusammenhang mit obdachlosen Menschen, die den Raum nutzen, haben die SPD- und die Grünen-Fraktion veranlasst, nach klaren rechtlichen und praktischen Lösungen zu suchen. Sie planen nun, im nächsten Bezirksrat formelle Anfragen einzubringen.
Der Tunnel dient als wichtige Verbindung für Pendler, die zu den Bushaltestellen und Bahngleisen sowie in Richtung Düsseldorfer Straße und Sauerbrey-Straße unterwegs sind. Viele Nutzer berichten jedoch, dass sie sich dort – besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend – unsicher fühlen, vor allem wegen Begegnungen mit Obdachlosen, die dort Schutz suchen.
Die SPD-Fraktion in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid hat diese Bedenken anerkannt, betont aber die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes. Ihre Vorsitzende, Susann Katzinski, unterstrich die Bedeutung verlässlicher Fakten als Grundlage für nachhaltige Entscheidungen. Die Partei strebt an, die Sicherheit für Fußgänger zu verbessern, ohne dabei die Würde und die Unterstützungsbedürfnisse obdachloser Menschen außer Acht zu lassen.
Die Regelungen für öffentliche Räume in Solingen unterliegen der städtischen Straßenordnung, die vom Stadtrat und seinen Ausschüssen festgelegt wird – nicht vom Bezirksrat. Diese Zuständigkeitsverteilung erschwert es, konkrete Verantwortliche für die Verwaltung des Tunnels zu benennen. Auf der offiziellen Website der Stadt sind zwar Ratsmitglieder und Amtsleiter aufgelistet, doch lassen sich keine direkten Ansprechpartner oder Zuständigkeiten für dieses Problem ausmachen.
Um voranzukommen, bereiten SPD und Grüne nun Anfragen für die nächste Bezirksratssitzung vor. Im Fokus stehen dabei rechtliche Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten der Behörden sowie bestehende Hilfsangebote für Obdachlose. Die Fraktionen bestehen auf einer offenen Auseinandersetzung mit allen Perspektiven, um eine tragfähige Lösung zu finden.
Die Debatte um den Tunnel mündet damit in eine strukturiertere Diskussion, bei der die formellen Anfragen in der kommenden Ratssitzung behandelt werden sollen. Das Ergebnis hängt davon ab, Zuständigkeiten zu klären und sowohl die Sicherheit der Fußgänger als auch die Unterstützung schutzbedürftiger Menschen zu gewährleisten. Der SPD-Vorstoß für eine faktenbasierte Herangehensweise zielt darauf ab, Entscheidungen zu treffen, die allen Beteiligten gerecht werden.
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