07 April 2026, 08:29

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanzkrise und drohenden Streichungen

Zwei Busse überqueren eine Brücke mit Geländern, Strommäste mit Drähten, Bäumen, Gebäuden und einem bewölktem Himmel im Hintergrund.

Regionalverkehr in Deutschland kämpft mit Finanzkrise und drohenden Streichungen

Deutschlands Regionalverkehr steht unter wachsendem Finanzdruck

Die regionalen Bahnverbindungen in Deutschland sehen sich steigenden Kosten und einer unzureichenden Finanzierung gegenüber. Zwar wurde die Zukunft des beliebten 49-Euro-Tickets bis 2030 gesichert, doch andere Herausforderungen bleiben bestehen. Ein entscheidendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 2026 könnte einige Angebote an den Rand des Kollapses bringen.

Die Probleme begannen vor Jahren, als die deutschen Bundes- und Landesbahnen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurden. Die Regionalverkehrsleistungen gingen in die Verantwortung der Bundesländer über, doch die Mittel hinken seitdem der Inflation hinterher. Anders als bei Bussen müssen Züge auf Bundesstrecken zudem eine Infrastrukturnutzungsgebühr entrichten – eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Private Betreiber spüren die Folgen bereits. 2021 meldete Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, in Deutschland Insolvenz an, nachdem sie mit den Kosten nicht mehr zurechtkam. Kürzlich strich National Express Verbindungen auf der stark frequentierten Strecke Aachen–Hamm, begründet mit explodierenden Ausgaben.

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Die Bundesregierung erwartet nun von DB InfraGo, dem Infrastrukturarm der Bahn, dass dieser Sanierungen durch höhere Trassenpreise finanziert. Das würde die Kosten für Regionalanbieter weiter in die Höhe treiben. Die EU schlägt ein Grenzpreis-System vor, bei dem Bahnunternehmen nur die direkten Betriebskosten tragen – doch eine Entscheidung steht noch aus.

Eine entscheidende Weichenstellung steht Mitte 2026 an: Der EuGH wird über die bestehende Obergrenze für Trassengebühren urteilen. Fällt diese weg, könnten die Kosten für den Regionalverkehr stark steigen – mit dem Risiko von Streichungen oder Pleiten bei einigen Anbietern.

Die Verlängerung des 49-Euro-Tickets bringt zwar etwas Planungssicherheit, doch die grundsätzlichen Finanzierungsprobleme bleiben. Die Betreiber kämpfen mit höheren Abgaben, während die Mittelknappheit anhält. Das Urteil von 2026 wird zeigen, ob der Regionalverkehr auf Kurs bleibt – oder weitere Turbulenzen drohen.

Quelle