Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – trotz Streit um Kita-Gebühren und Wohnungsbau
Irmengard SteinbergWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – trotz Streit um Kita-Gebühren und Wohnungsbau
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen hielten ihre Diskussionen kurz. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Debatten über Kürzungsmaßnahmen, Kita-Gebühren und Wohnungspolitik. Trotz unterschiedlicher Meinungen zu einzelnen Vorhaben stimmten alle Mitglieder schließlich einstimmig zu.
Das Haushaltsverfahren verlief zügig, da sich jede Fraktion auf fünfminütige Wortbeiträge beschränkte. Die SPD brachte konkrete Sparvorschläge ein, die unter anderem Innenraumbegrünung, bestimmte Nachhaltigkeitsprojekte und Mietzuschüsse betrafen. Zwar unterstützte sie die Bauturbo-Initiative zur Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaus, kritisierte aber die Streichung des Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Studierende.
Eltern in Willich hatten zuvor Unmut über geplante Erhöhungen der Kita-Gebühren geäußert. Der Jugendhilfeausschuss lehnte sowohl die Einführung von Geschwistergebühren als auch eine stärkere jährliche Kostenanpassung ab. Stattdessen behielt der Rat die bisherige Regelung bei, wonach ermäßigte Geschwisterbeiträge im Kindergarten entfallen. Allerdings beschloss eine Mehrheit, die jährliche Gebührenanpassung im Krippenbereich dauerhaft von zwei auf drei Prozent anzuheben.
Die Grünen stimmten dem Haushalt zu, warnten jedoch vor tiefgreifenden strukturellen Finanzproblemen der Stadt. Sie betonten, dass dringend Maßnahmen nötig seien, um langfristige Haushaltslücken zu schließen. Die SPD hingegen setzte auf verantwortungsvolle Ausgabenpolitik und weitere Kürzungen bei nicht essenziellen Posten.
Der beschlossene Haushalt tritt im Juli in Kraft. Die Kita-Gebühren steigen dann jährlich um drei Prozent, während die Geschwisterermäßigungen unverändert bleiben. Die Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus werden umgesetzt, doch die Verkehrsmittelzuschüsse für Studierende entfallen.






