06 May 2026, 20:22

Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen um ihre Existenzgrundlage

Babycare-Laden-Innenansicht im Mall of Asia mit Regalen voller Gegenstände, Spielzeug, Schildern und Deckenleuchten sowie Menschen, die durchstöbern.

Tagesmütter in Bergisch Gladbach kämpfen um ihre Existenzgrundlage

Tagesmütter und -väter in Bergisch Gladbach kämpfen ums Überleben: Sinkende Geburtenraten und mehr Kita-Plätze lassen sie mit leeren Betreuungsplätzen zurück

In Bergisch Gladbach stehen Tagespflegepersonen vor existenziellen Problemen: Rückläufige Geburtenzahlen und der Ausbau von Kita-Plätzen führen dazu, dass aktuell 46 Betreuungsplätze für das kommende Jahr unbesetzt bleiben. Viele sehen sich dadurch in finanzielle und emotionale Not gedrängt. Die prekäre Lage hat die Betroffenen nun zu Protesten bewegt – sie fordern mehr Unterstützung für ihre unverzichtbare Rolle in der frühen Kinderbetreuung.

Die Geburtenrate in Bergisch Gladbach geht seit Jahren kontinuierlich zurück, während gleichzeitig immer mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Kitas geschaffen werden. Dadurch verschärft sich der Wettbewerb. Viele Eltern berichten, sie fühlten sich unter Druck gesetzt, ihre Kinder von der Tagespflege in eine Kita umzumelden – aus Sorge, später keinen Platz mehr zu bekommen.

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Als Zeichen des Protests versammelten sich die Tagespflegepersonen zu einem symbolischen „Sternmarsch“ zum Rathaus am Konrad-Adenauer-Platz. Sarah Heller, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kindertagespflege Bergisch Gladbach, warnte: „Für die Kinderbetreuung in dieser Stadt steht nichts Gutes bevor.“ Jenni Löllgen, selbst Tagesmutter, betonte, dass die Tagespflege keineswegs in Konkurrenz zu Kitas stehe, sondern eine „wertvolle Ergänzung“ im Betreuungssystem darstelle.

Trotz der Herausforderungen hält der Verband die Tagespflege für „unverzichtbar“ – besonders für Kinder unter drei Jahren. Löllgen wies darauf hin, dass viele Eltern diese Betreuungsform für ihre jüngsten Kinder nach wie vor bevorzugten, sich aber oft aus äußerem Druck oder Unsicherheit über die künftige Verfügbarkeit für einen Wechsel entscheiden müssten.

Die Proteste machen die wachsende Instabilität der Tagespflege in Bergisch Gladbach deutlich. Mit 46 unbesetzten Plätzen pochen die Betreuungspersonen auf eine stärkere Anerkennung ihrer Arbeit in der frühen Kindheit. Nun steht die Stadt vor der Frage, wie sie die Unterstützung zwischen Kitas und der familiennahen Tagespflege künftig ausbalancieren will.

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