Jisoo vs. Modedesigner: Wie Blackpink-Fans einen Social-Media-Sturm entfachten
Gisbert HuhnJisoo vs. Modedesigner: Wie Blackpink-Fans einen Social-Media-Sturm entfachten
Ein aktueller Streit zwischen dem belgischen Modedesigner Benjamin Voortmans und dem K-pop-Star Jisoo von Blackpink hat die enorme Loyalität von Fan-Gemeinschaften deutlich gemacht. Nachdem Voortmans Jisoo vorwarf, entliehene Designs nicht zurückgegeben zu haben, reagierten ihre für ihre Hingabe bekannten Fans mit rascher und massiver Online-Kritik.
Der Konflikt begann, als Voortmans öffentlich behauptete, Jisoo habe nach einem Fotoshooting geliehene Kleidungsstücke nicht zurückgeschickt. Mit 80 Millionen Followern auf Instagram mobilisierte sich die Fangemeinde der Sängerin schnell gegen den Designer. Später gab Voortmans zu, dass seine Anschuldigung teilweise eine Taktik war, um eine Reaktion von Jisoos Team zu provozieren – nicht als persönlicher Angriff gegen sie gedacht. Er präzisierte später, dass er die Künstlerin mag und Online-Hass gegen sie nicht unterstützt.
Fan-Gemeinschaften reagieren oft heftig, wenn sie Bedrohungen für ihre Idole wahrnehmen. Eine Studie von Carat US und Fandom aus dem Jahr 2025 ergab, dass 75 Prozent der Fans die Teilnahme an der Fan-Kultur genauso genießen wie – oder sogar mehr als – den eigentlichen Inhalt. Diese tiefe emotionale Verbundenheit erklärt, warum Konflikte, die Identität oder Respekt betreffen, schnell eskalieren können.
Experten weisen darauf hin, dass kleinere Persönlichkeiten – wie unabhängige Designer – die Reichweite von Fan-Reaktionen oft unterschätzen. Michael Lewis, Marketingprofessor an der Emory University, verweist auf ähnliche Fälle, etwa die Kritik an Scooter Braun wegen der Master-Aufnahmen von Taylor Swift. Susan Kresnicka, Gründerin von KR&I und des Fandom Institute, führt solche Reaktionen auf die unübertroffene Hingabe zurück, die Fans ihren Idolen entgegenbringen. Fan-Gemeinschaften wehren sich gegen kommerzielle Ausbeutung und verteidigen ihren Einfluss vehement, wenn er infrage gestellt wird.
Der Vorfall unterstreicht die Machtverhältnisse zwischen öffentlichen Persönlichkeiten und ihren Fangemeinden. Voortmans’ Erfahrung zeigt, wie schnell sich im digitalen Zeitalter grassroots-artige Mobilisierung entfalten kann. Für Kreative und Marken bedeutet dies, dass sie diese Beziehungen mit Vorsicht navigieren müssen – denn die Loyalität der Fans wiegt oft schwerer als kommerzielle oder persönliche Konflikte.






