Politiker weltweit: Warum ihr Ruf so schlecht ist wie der von Steuerbeamten
Irmengard SteinbergPolitiker weltweit: Warum ihr Ruf so schlecht ist wie der von Steuerbeamten
Eine groß angelegte Umfrage unter Politikern in elf demokratischen Ländern hat offenbart, wie die Öffentlichkeit ihren Berufsstand wahrnimmt. Die im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie basiert auf den Antworten von fast tausend Abgeordneten – darunter 178 aus dem deutschen Bundestag. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Trend: Politiker zählen zu den am wenigsten vertrauenswürdigen Berufen, auf einer Stufe mit Steuerbeamten und Versicherungsvertretern.
An der Erhebung beteiligten sich 982 Politiker, deren Angaben von einem Team aus 19 Wissenschaftlern ausgewertet wurden. Die befragten Länder reichten von Australien bis zur Schweiz und deckten damit ein breites Spektrum politischer Systeme ab. Um offene Antworten zu fördern, blieben alle Beiträge anonym.
In Köln zeigt sich die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker besonders interessiert an den Ergebnissen. Im zehnten Jahr ihrer Amtszeit sichtete sie die Daten in ihrem Büro im Konferenzsaal des Rathauses. Die Schlussfolgerungen der Studie spiegeln ein übergreifendes Muster wider: Das öffentliche Vertrauen in Politiker bleibt in allen untersuchten Nationen durchgehend gering.
Die Untersuchung bestätigt, dass Politiker einen schwierigen Stand haben, wenn es darum geht, ihr Image in der Bevölkerung zu verbessern. Mit den Aussagen von fast tausend Abgeordneten liefert sie eine seltene länderübergreifende Momentaufnahme des beruflichen Ansehens. Für Verantwortungsträger wie Reker könnten die Erkenntnisse künftige Bemühungen prägen, das Vertrauen in politische Ämter zurückzugewinnen.






