07 May 2026, 04:25

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler die Kriminalitätsbekämpfung revolutionieren

Ein Mann im Anzug lächelt in die Kamera mit einem Logo und Text auf der rechten Seite, der besagt, dass er Zugang zu Wissen und Werkzeugen hat, um gewalttätigen Extremismus durch das Strong Cities Network herauszufordern.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler die Kriminalitätsbekämpfung revolutionieren

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungskompetenz

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre digitalen Ermittlungsfähigkeiten deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – ein Ansatz, der Beamte darin schult, öffentlich zugängliche Online-Daten systematisch zu sammeln und auszuwerten. Dazu wurden Teams erweitert, spezielle Fortbildungen eingeführt und KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt, um die Polizeiarbeit zu modernisieren.

Das Projekt „Digitale Streife“ nahm im September 2024 offiziell seinen Betrieb auf und markiert eine deutliche Aufstockung der OSINT-Kapazitäten beim Landeskriminalamt (LKA). Was einst ein kleines Zweier-Team war, ist unter der Leitung von Fabian Coenen, Leiter der Abteilung 22.2 in Düsseldorf, zu einer eigenständigen Unterabteilung mit 16 Spezialisten angewachsen. Zudem wurden zehn neue Beamte für das LKA eingestellt, während fast 100 weitere aus sechs Fachbehörden in die Initiative eingebunden sind.

Kernstück der Offensive ist ein strukturiertes Schulungsprogramm, das Marc Restemeyer, Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalwesen (LAFP), entwickelt hat. Sein webbasierter Kurs besteht aus zehn Modulen, die interaktive Videos mit praxisnahen Übungen verbinden. Ziel ist es, Beamte darin zu schulen, Online-Ermittlungen nicht nur effektiv, sondern auch rechtssicher durchzuführen – und so ein einheitliches Grundlagenwissen im gesamten OSINT-Bereich zu etablieren.

Zu den neuen Kräften gehört Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA wechselte. Seit Herbst 2024 arbeitet sie im OSINT-Team und bearbeitet zunehmend erfolgreich kleinere Ermittlungsaufträge. Die Initiative umfasst darüber hinaus verdeckte Online-Recherchen, KI-gestützte Arbeitsplätze und Schnellreaktionseinheiten. Diese sechs spezialisierten Teams liefern nun OSINT-Analysen und Echtzeit-Unterstützung für dringende Einsätze – insbesondere bei schnell eskalierenden politischen Vorfällen mit potenziellen Risiken für die nationale Sicherheit.

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Die Ausweitung der OSINT-Fähigkeiten in Nordrhein-Westfalen steht für einen Wandel hin zu einer digitalen Polizei. Mit geschultem Personal, modernen Tools und dedizierten Einheiten ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu überwachen und auf neue Herausforderungen schnell zu reagieren. Der Erfolg des Programms könnte Schulungskonzepte in anderen Bundesländern prägen.

Quelle