10 May 2026, 12:25

Felix Banaszak will Männlichkeit neu definieren – doch seine Ideen polarisieren

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Frauen, mit einer sitzenden in der Mitte, aus der Frauenwahlrechtsbewegung, mit verschiedenen Alters- und Ethnien.

Felix Banaszak will Männlichkeit neu definieren – doch seine Ideen polarisieren

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für eine offenere Debatte über Männlichkeit und Geschlechterrollen ein. Zu seinen jüngsten Initiativen gehören die Forderung nach speziellen Räumen für Männer sowie die Infragestellung traditioneller Normen. Doch sein Ansatz stößt auf sowohl Zustimmung als auch Kritik – besonders, nachdem eine Kolumnistin seine Vorliebe für die Farbe Rosa hinterfragte.

Die Diskussion gewinnt an Brisanz, da sich immer mehr junge Männer der extremen Rechten zuwenden, während Persönlichkeiten wie Banaszak nach neuen Wegen suchen, um sie zu erreichen. Sein erster Versuch, junge Männer anzusprechen, erfolgte in einem Playboy-Interview, in dem er ein Gegenangebot zu den emotionalen Appellen der Rechten formulierte. Der Zeitpunkt fiel mit den Missbrauchsvorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen zusammen – ein Moment, der Banaszak dazu brachte, einzugestehen, dass seine Strategie noch verfeinert werden müsse.

Sein Engagement geht über rhetorische Forderungen hinaus: Bei einem Besuch des Projekts Vaterwelten in Krefeld, das Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet, unterstrich er die Notwendigkeit besserer Förderung. Banaszak argumentiert, dass starre Geschlechterrollen Männer genauso einschränken wie Frauen, und betont, dass Männer ein Interesse an Feminismus haben sollten.

Doch auch seine persönlichen Entscheidungen stehen in der Kritik. Eine Kolumnistin spottete über sein rosafarbenes Büro – ein Echo veralteter Klischees über Männlichkeit. Die Kritik wirkt umso befremdlicher, wenn man bedenkt, dass der Fußballtorwart Tim Wiese vor zwei Jahrzehnten ohne größere Reaktionen Rosa trug.

Unterdessen sorgte der AfD-Politiker Maximilian Krah vor der Europawahl 2024 mit einer provokanten Aussage für Aufsehen: In einem Video riet er ledigen jungen Männern, sich „nach rechts“ zu orientieren, um bessere Chancen bei der Partnersuche zu haben. Dies passt in einen Trend, der sich bereits bei der letzten Bundestagswahl abzeichnete, als junge Männer mehrheitlich die AfD wählten, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten.

Banaszaks Einsatz für Männerräume und Gleichberechtigung trifft auf Widerstand – doch die Dringlichkeit ist unübersehbar. Die politische Spaltung unter jungen Wählern verdeutlicht die Herausforderung. Seine Bemühungen spiegeln einen größeren Kampf wider: die Neudefinition von Männlichkeit in einer polarisierten Zeit.

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