19 April 2026, 20:29

Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als "wirtschaftlichen Irrsinn"

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 eintritt.

Evonik CEO fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels als "wirtschaftlichen Irrsinn"

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, fordert die Abschaffung oder eine grundlegende Reform des EU-Emissionshandels (ETS). Das aktuelle System bezeichnete er als wirtschaftlich schädlich für Europa. Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU eine CO₂-Grenzsteuer einführen will – ein Vorhaben, das er als wirkungslos abtut.

Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen, wobei Unternehmen mit Zertifikaten handeln können. Mit der Zeit wird die Anzahl der Zertifikate reduziert, was die Preise steigen lässt und Investitionen in klimafreundliche Technologien fördern soll. Doch Kullmann argumentiert, dass das System mittlerweile der europäischen Industrie schade.

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Er behauptet, das ETS setze Unternehmen im Wettbewerb mit globalen Konkurrenten ins Hintertreffen, die über günstigere Energie und Rohstoffe verfügen. Viele Wettbewerber profitierten zudem von starker staatlicher Unterstützung, was die Wettbewerbsbedingungen verzerrt. Die Situation nennt Kullmann "reine wirtschaftliche Irrsinnigkeit für Europa".

Seine Kritik richtet sich auch gegen den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe. Dies sei ein "bürokratischer Trick ohne echte Wirkung", so Kullmann. Trotz seiner ablehnenden Haltung bleibt Evonik unter seiner Führung ein Vorreiter bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen.

Kullmanns Forderungen spiegeln wachsende Bedenken der Industrie gegenüber der EU-Klimapolitik wider. Er besteht darauf, dass das ETS an die sich wandelnden globalen Wirtschaftsbedingungen angepasst werden müsse. Ohne Reformen, warnt er, würden europäische Unternehmen weiterhin gegen besser gestützte ausländische Konkurrenten kämpfen.

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