27 March 2026, 00:32

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastunterstützung

Eine Gruppe von Menschen steht um einen Zug auf einem Gleis, einige sitzen im Zug und andere stehen davor, vor Gebäuden und Bäumen, mit Text 'Ludwigs-Eisenbahn, die erste Bahnstation in Deutschland' unten.

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Fahrgastunterstützung

Die Deutsche Bahn plant die Schließung ihrer Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen. Die Entscheidung hat bei Fahrgästen und lokalen Politikern Kritik ausgelöst, die befürchten, dass viele Reisende damit ohne wichtige Unterstützung dastehen.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Gründen, doch Gegner werfen vor, dass dabei die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen ignoriert werden, die auf persönliche Beratung angewiesen sind. Die geplanten Schließungen erfolgen, nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den Zuschlag für den Verkauf von Nahverkehrstickets an Transdev vergeben hatte. Die Deutsche Bahn hat bisher keine ähnlichen Schließungen an anderen großen Bahnhöfen angekündigt, sondern konzentriert sich darauf, bis 2026 wichtige Knotenpunkte wie Mannheim, Dresden und Göttingen zu modernisieren. Als Alternativen werden der Ausbau digitaler Services, verbesserte Orientierungssysteme und aufgewertete Lounges angeboten – Teil eines größeren Wandels hin zu "Service- und Aufenthaltsbereichen".

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Lokale SPD-Politiker lehnen die Entscheidung vehement ab. Josef Neumann betonte die Auswirkungen auf ältere Fahrgäste, die häufig auf die Hilfe von Mitarbeitern angewiesen sind. Dilek Engin unterstrich, dass geschultes Personal unverzichtbar sei, um komplexe Buchungen oder kurzfristige Änderungen zu bearbeiten – Aufgaben, mit denen digitale Plattformen oft überfordert sind. Andreas Bialas ergänzte, dass viele Menschen, insbesondere bei Störungen im Betrieb, persönliche Unterstützung benötigten, um mit Stornierungen oder Verspätungen zurechtzukommen.

Kritiker befürchten, dass der Schritt das ohnehin angespannte Image der Deutschen Bahn weiter verschlechtern könnte, indem wichtige Kundengruppen ausgeschlossen werden. Trotz einer Anfrage nach Stellungnahme lehnte der Düsseldorfer Pressesprecher des Unternehmens, Dirk Pohlmann, eine Antwort ab.

Die Schließung der Reisezentren in Wuppertal und Solingen entzieht Reisenden, die auf persönliche Beratung angewiesen sind, eine zentrale Anlaufstelle. Da es keine unmittelbaren Pläne gibt, den Wegfall der Vor-Ort-Hilfe zu kompensieren, könnten insbesondere weniger digital affine Fahrgäste künftig größere Schwierigkeiten haben, Reisen zu buchen oder umzudisponieren.

Quelle