Willich baut Kita-Angebot um – Schließungen und Umzüge geplant
Willich passt sein Betreuungsangebot für Kinder in den kommenden Jahren an
In den nächsten Jahren wird Willich sein Kindertagesstätten-System umstrukturieren: Einige Einrichtungen werden geschlossen, andere umgesiedelt und bestehende Angebote weiter unterstützt. Die Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund sinkender Geburtenraten und veränderter Nachfrage in der Region.
Die Kindertagesstätte St. Irmgardis wird zum Ende des Kitajahres 2026/2027 ihre Türen schließen. Ab dem Kitajahr 2027/2028 zieht stattdessen die Villa Kunterbunt in das Gebäude ein. Gleichzeitig verlegt die Kita Alperhof ihren Standort in das generationenübergreifende Projekt Reinershof, da das bisherige Gebäude abgerissen werden soll. Aus Haushaltsgründen ist kein Neubau als Ersatz vorgesehen.
Zudem wird das Übergangsprojekt "Schatzkiste" des DRK bis zum 31. Juli 2026 schrittweise auslaufen. Die freiwillige Förderung für die von der AWO betriebene Kita "Blaues Haus" in Schiefbahn hingegen wird bis zum 31. Juli 2027 fortgesetzt. Die Stadt prüft außerdem, wie wenig genutzte Gebäude wie St. Irmgardis künftig für andere kommunale Zwecke umgenutzt werden können.
Besonders Eltern im Norden Willichs zeigen sich besorgt über die abnehmenden Betreuungsmöglichkeiten vor Ort. Viele befürchten, dass die Region für junge Familien an Attraktivität verliert. Zwar liegen keine detaillierten lokalen Geburtenstatistiken vor, doch die landesweiten Trends in Nordrhein-Westfalen zeigen einen leichten Rückgang – die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt bei 1,4 bis 1,5. Bis 2029 rechnet Willich aufgrund der gesunkenen Nachfrage mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen.
Stadt und Kirchenkreis haben vereinbart, die künftigen Bedarfe weiter zu erörtern und die Planung bei Bedarf anzupassen. Die Veränderungen führen zwar zu einer Verringerung der Kita-Standorte, sollen aber das Angebot an die sinkende Nachfrage anpassen. Die Verwaltung wird die Entwicklung genau beobachten und bei Bedarf nachsteuern. Bis dahin helfen Umzüge und Fördergelder, den Übergang zu gestalten.