Wie Landwirte mit Dürreperioden und Trockenstress im Ackerbau umgehen
Janos NeureutherWie Landwirte mit Dürreperioden und Trockenstress im Ackerbau umgehen
Landwirte sehen sich zunehmend mit häufigeren Dürreperioden konfrontiert – vor allem im Frühling und frühen Sommer. Die Trockenphasen zwingen sie, ihre Anbaustrategien und die Bodenbewirtschaftung anzupassen. So wird Winterroggens zunehmend als Alternative zu Nachbauweizen in Gebieten in Betracht gezogen, die von frühsommerlichem Wassermangel betroffen sind.
Winterrogedeiht am besten bei gleichmäßiger Wasserversorgung und milden Temperaturen. Seine Leistung hängt jedoch stark von der Sorte und den Wetterbedingungen ab. Spätreifende Sorten bringen in feuchten Jahren mit ausreichend Niederschlag höhere Erträge. Frühreifende Varietäten hingegen kommen besser mit Trockenheit zurecht, können in nassen Jahren aber aufgrund geringerer Sonneneinstrahlung schwächeln.
Auch die Bodenqualität spielt eine entscheidende Rolle. Felder mit hohem Ertragspotenzial, aber geringem Humusgehalt trocknen schneller aus. Um dem entgegenzuwirken, können Landwirte den Humusanteil durch regelmäßige Gaben von Mist, Kompost, Stroh oder Festmist erhöhen.
Eine weitere Strategie besteht darin, den Anbau zu diversifizieren und Kulturen mit unterschiedlichen Spitzenwasserbedarfen zu kombinieren. Dadurch verteilt sich die Wassernachfrage über die gesamte Vegetationsperiode, was das Risiko von Trockenstress verringert. Tiefwurzler wie Zuckerrüben kommen mit trockenen Phasen besser zurecht als flachwurzelnde Pflanzen. Gleichzeitig garantieren ertragsstabile Roggensorten nicht immer die höchsten Erträge, da lokale Bedingungen die Ergebnisse maßgeblich beeinflussen.
Der Umstieg auf Winterroggen in dürregefährdeten Gebieten könnte helfen, die Erträge dort zu stabilisieren, wo Nachbauweizen an Grenzen stößt. Die Verbesserung des Bodenhumus und eine durchdachte Fruchtfolge mit unterschiedlichen Wasseransprüchen könnten zudem die Auswirkungen von Trockenperioden abmildern. Mit diesen Anpassungen soll die Erntesicherheit auch angesichts zunehmend unberechenbarer Wetterverhältnisse gewahrt bleiben.






