Streit um Kushners Milliarden-Resort in Albaniens geschütztem Wildfluss-Delta
Janos NeureutherStreit um Kushners Milliarden-Resort in Albaniens geschütztem Wildfluss-Delta
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit wegen eines umstrittenen Resort-Projekts im Fokus. Das mehrheitlich muslimische, aber säkulare Land und NATO-Mitglied gerät durch ein Bauvorhaben auf einer geschützten Insel in die Schlagzeilen, an dem ein Unternehmen mit Verbindungen zu Jared Kushner beteiligt ist.
Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, kündigte nach Trumps Bewerbung für die Wiederwahl 2024 Pläne für ein Milliardenprojekt auf der Insel an. Das Vorhaben ist mit seiner Investmentfirma Affinity Partners verknüpft, die wirtschaftliche Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten stärken will.
Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama verlieh dem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“. Damit verbunden seien laut Berichten Steuerbefreiungen, die Umgehung von Ausschreibungen und das Auslassen von Umweltprüfungen. Mittlerweile haben die Bauarbeiten auf der Insel begonnen, die zum Vjosa-Narta-Delta gehört – Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse und Heimat seltener Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten.
Das Projekt löste Proteste aus, die als „Flamingo-Revolution“ bekannt wurden. Rama warf daraufhin dem Iran vor, die Unruhen zu schüren, und sprach von „Cyberterrorismus“ und „Feindseligkeit gegenüber der Freiheit“. Albanien beherbergt Tausende Mitglieder der Volksmudschaheddin (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen Teheran stellt. Die EU erkennt die MEK jedoch nicht als legitime Vertretung an und hält sich mit einer Unterstützung zurück.
Das Resort-Projekt offenbart die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Ambitionen und Umweltschutz. Ramas Regierung sieht sich wegen des Umgangs mit dem Bauvorhaben und ihrer Vorwürfe gegen den Iran Kritik ausgesetzt. Der Streit wirft zudem ein Schlaglicht auf Albaniens Bemühungen, sich trotz innerer und internationaler Prüfung enger an westliche Verbündete anzulehnen.






