Strabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Janos NeureutherStrabag wächst kräftig und verschiebt 40.000-Tonnen-Brücke wie im Zeitraffer
Strabag, Deutschlands größter Baukonzern, verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 ein kräftiges Wachstum. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, während sich der Auftragsbestand auf 28,4 Milliarden Euro belief – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen baut seine Position in den Bereichen Infrastruktur und Gesundheitswesen weiter aus, unter anderem durch neue Projekte und mögliche Übernahmen.
Ein besonderer Meilenstein gelang Strabag kürzlich mit einem ingenieurtechnischen Großprojekt: Ohne die Konstruktion abzubauen, verschob das Unternehmen einen 485,5 Meter langen Abschnitt der A45-Talbrücke in Rinsdorf – inklusive Pfeiler und Fundament – um 20 Meter seitwärts. Das verschobene Bauwerk wiegt 40.000 Tonnen. Auf einer Veranstaltung des Club der Wirtschaftsjournalisten betonte Konzernchef Stefan Kratochwill anschließend die Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen und warnte, dass vernachlässigte Instandhaltung langfristig deutlich höhere Kosten verursache.
Besonders dynamisch entwickelt sich Strabag in Polen, Tschechien und Deutschland. In Österreich hält das Unternehmen bereits einen Marktanteil von fünf Prozent, in Deutschland von zwei Prozent – in beiden Ländern ist es damit führend. Neben dem Kerngeschäft investiert der Konzern jährlich über 20 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.
Aktuell verhandelt Strabag über die Übernahme von Vamed-KMB, einem Spezialisten für Krankenhausmanagement, der unter anderem das Wiener AKH betreibt und dessen Bauprojekte steuert. Mit diesem Schritt würde das Unternehmen seine Präsenz im Gesundheitsinfrastruktursektor ausbauen. Gleichzeitig setzt die seit über 70 Jahren aktive Sparte für sozialen Wohnungsbau weiterhin auf die Modernisierung bestehender Immobilien statt auf großangelegte Neubauten.
Die österreichische Bundesregierung plant für 2025 Infrastrukturinvestitionen in Höhe von rund 9,9 Milliarden Euro – das entspricht etwa zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Ausgaben passen zu Strabags langfristiger Strategie in einem Sektor, den der Konzern als entscheidend für den wirtschaftlichen Fortschritt bezeichnet.
Mit steigenden Umsätzen und einem wachsenden Auftragsbestand festigt Strabag seine Position auf den wichtigsten europäischen Märkten. Die mögliche Übernahme von Vamed-KMB sowie laufende Infrastrukturprojekte deuten auf eine weitere Expansion im Bau- und Gesundheitsbereich hin. Der Fokus auf Instandhaltung und Innovation unterstreicht dabei das Bestreben des Unternehmens nach langfristiger Nachhaltigkeit.






