Solingen ehrt die vergessenen Liewerfrauen mit neuer Ausstellung und Rundweg
Irmtrud BolzmannSolingen ehrt die vergessenen Liewerfrauen mit neuer Ausstellung und Rundweg
Eine neue Ausstellung in Solingen würdigt die harte Arbeit der Liewerfrauen
Eine neue Ausstellung in Solingen rückt die mühevolle Arbeit der Liewerfrauen in den Fokus – jener Frauen, die einst schwere Körbe voller Scherenteile und Messerklingen durch die Stadt trugen. Das historische Lieferkontor, ein ehemaliger Verteilknotenpunkt, beherbergt nun die Schau und zeigt, wie diese Frauen die lokale Industrie prägten. Während solche Tätigkeiten in weiten Teilen Europas bereits im 19. Jahrhundert verschwanden, arbeiteten Solingens Liewerfrauen noch bis in die 1930er-Jahre hinein.
Das Lieferkontor war der Mittelpunkt des täglichen Lebens dieser Frauen. Hier lieferten sie ihre Lasten ab und holten den Lohn für die Schleifer, die die Klingen schärften. Das Gebäude ist heute Teil des dezentralen Industriemuseums Solingen und steht neben anderen historischen Stätten wie der Hendrichs'schen Fallhammer-Schmiede und dem Wipperkotten.
Um den Ort zugänglicher zu machen, planen die Stadt und der Förderverein des Museums, das Lieferkontor von März bis Oktober mindestens einmal im Monat zu öffnen. 2026 sind fünf Sonderöffnungen für den 22. März, 14. Mai, 11.–12. Juli und 13. September jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr vorgesehen. Zusätzlich gibt es sonntägliche Führungen mit dem lokalen Guide Lutz Peters am 19. April, 21. Juni, 16. August und 18. Oktober, jeweils von 11:00 bis 13:00 Uhr.
Ein 15 Kilometer langer Rundweg, der Liewerfrauenweg, verbindet heute diese industriellen Wahrzeichen. Eine geführte Wanderung entlang eines Teilabschnitts findet am 19. April um 13:00 Uhr statt – Start ist am Gründerzentrum, Ziel der Wipperkotten. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.
Die Organisatoren suchen zudem Freiwillige, um die Öffnungszeiten auszuweiten. Langfristig soll das Lieferkontor jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet sein.
Die Ausstellung und der Weg bewahren das Erbe der Solinger Liewerfrauen, deren Arbeit weit über das Ende ähnlicher Tätigkeiten anderswo hinaus bestand. Mit erweitertem Zugang und geführten Touren können Besucher nun ihre Spuren durch die industrielle Vergangenheit der Stadt verfolgen. Das Projekt sorgt dafür, dass ihre Geschichte ein lebendiger Teil von Solingens Erinnerung bleibt.






