Schiedsrichtergehälter in der Bundesliga steigen um bis zu 100 Prozent
Gisbert HuhnSchiedsrichtergehälter in der Bundesliga steigen um bis zu 100 Prozent
Schiedsrichtergehälter im deutschen Fußball steigen stark an
In den vergangenen fünf Jahren sind die Einkommen der Fußballschiedsrichter in Deutschland deutlich gestiegen. Zwischen 2021 und 2026 stiegen die Verdienste der Bundesliga-Unparteischen um 50 bis 100 Prozent – auf nunmehr zwischen 150.000 und 200.000 Euro pro Saison. Zwar liegen sie damit weiterhin unter den Gehältern in der Premier League und der spanischen La Liga, doch erreichen oder übertreffen sie inzwischen die Bezüge in der italienischen Serie A und der französischen Ligue 1.
Die Vergütungsstruktur variiert je nach Liga und Funktion stark. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Spitzen-Schiedsrichtern, ihren Assistenten und den Unparteiischen in den unteren Ligen.
In der Bundesliga erhalten Schiedsrichter mittlerweile ein Mindestgrundgehalt von 60.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen 6.000 Euro für jedes geleitete Spiel. Mit fünf Jahren Erfahrung steigt das Jahresgehalt auf 70.000 Euro, während die Elite der "Ersten Klasse" bis zu 80.000 Euro verdienen kann.
Die Schiedsrichterassistenten in der ersten Liga beziehen ein Grundgehalt von 40.000 Euro, ergänzt um 1.500 Euro pro Einsatz. In der 2. Bundesliga liegen die Gehälter der Hauptschiedsrichter bei 40.000 Euro jährlich plus 3.000 Euro pro Spiel, ihre Assistenten erhalten 4.000 Euro im Jahr und zusätzlich 1.150 Euro pro Partie.
In der dritten Liga gibt es kein Festgehalt: Schiedsrichter werden mit 750 Euro pro Spiel entlohnt, ihre Assistenten erhalten 375 Euro – ebenfalls ohne grundsätzliche Jahresvergütung.
Bei Champions-League-Partien verdienen die Unparteiischen zwischen 6.000 und 7.000 Euro pro Spiel, allerdings ohne garantiertes Grundgehalt vonseiten der UEFA.
Die Gehaltssteigerungen spiegeln die wachsenden Anforderungen und die zunehmende Professionalisierung im deutschen Schiedsrichterwesen wider. Zwar verdienen Bundesliga-Schiedsrichter heute deutlich mehr als noch vor einigen Jahren, doch bleiben ihre Bezüge hinter denen in einigen anderen großen europäischen Ligen zurück. Die Unterschiede zwischen den Spielklassen unterstreichen zudem die finanziellen Disparitäten im deutschen Fußball.