22 March 2026, 10:27

RWE plant umstrittene Flutung von Tagebauen – doch die Risiken bleiben unklar

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die Flüsse, Städte und Gewässer zeigt.

RWE plant umstrittene Flutung von Tagebauen – doch die Risiken bleiben unklar

Umstrittene Pläne zur Flutung dreier ehemaliger Braunkohletagebaue in Nordrhein-Westfalen nehmen Gestalt an – trotz wachsender Bedenken wegen des Wasserverbrauchs und ökologischer Risiken. Ab 2030 sollen die Gruben Hambach und Inden mit Rheinwasser geflutet werden, 2036 folgt Garzweiler. Das vom Energiekonzern RWE vorangetriebene Projekt zielt auf die Schaffung neuer Seen und Naherholungsgebiete ab – doch Kritiker warnen vor langfristigen Schäden.

Die Umwandlung der Tagebaue Hambach, Garzweiler und Inden in künstliche Gewässer ist ein zentraler Bestandteil von RWEs Nachbergbau-Strategie. Das Unternehmen wirbt damit, Natur zurückzugewinnen, den Tourismus zu fördern und einen ausgeglichenen Wasserkreislauf zu erhalten. Aus Hambach soll der Elsdorfer See entstehen, die anderen Gruben folgen in späteren Phasen.

Eine 45 Kilometer lange Pipeline, bestehend aus 10.000 tonnenschweren Rohren, wird Rheinwasser in die Hambacher Grube leiten. Der Bau läuft bereits, doch das Genehmigungsverfahren für die Wassereinleitung ist noch nicht abgeschlossen. Die Bezirksregierung Arnsberg plant, noch in diesem Herbst die formellen Zulassungen einzuleiten – in Abstimmung mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das die Wasserentnahme steuert.

Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben erheben schwere Vorwürfe. Sie fragen, ob das unbehandelte Rheinwasser – möglicherweise belastet mit Industrieabwässern aus nahegelegenen Chemiewerken – giftige Schlämme in den Gruben hinterlassen könnte. Kritiker fürchten zudem nachhaltige Schäden für das Grundwasser und lokale Ökosysteme.

Andreas Büttgen, ein prominenter Gegner des Vorhabens, bezeichnet RWEs Vorgehen als "Spitzenstrategie", die es dem Konzern ermöglichen könnte, sich später aus dem Projekt zurückzuziehen – und die Steuerzahler auf den Kosten sitzen zu lassen. Er fordert strengere Wasseranalysen, unabhängige Gutachten und eine stärkere öffentliche Kontrolle, bevor die Flutung beginnt.

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Die Debatte entzündet sich auch an Microsofts neuem Hyperscale-Rechenzentrum in der Region, das den Wasserbedarf zusätzlich erhöht. Da Kühlsysteme stark auf lokale Ressourcen zugreifen, wachsen die Sorgen vor Knappheit – besonders angesichts großer Vorhaben wie der Grubenflutungen.

Die erste Flutungsphase ist für 2030 vorgesehen, wobei Hambach und Inden vor Garzweiler (2036) geflutet werden sollen. Sollte das Projekt genehmigt werden, wird es die Landschaft der Region prägen – doch die ökologischen und finanziellen Risiken bleiben ungeklärt. Während das Genehmigungsverfahren in diesem Jahr voranschreitet, werden Behörden, Aktivisten und RWE weiter verhandeln.

Quelle