18 June 2026, 12:28

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderreim 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Das Kinderlied „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft mit der Großen Pest von London in Verbindung gebracht. Doch Experten argumentieren mittlerweile, dass dieser weitverbreitete Glaube historisch nicht haltbar ist. Die wahren Ursprünge des Liedes scheinen weit weniger düster zu sein.

Die erste gedruckte englische Fassung des Reims erschien erst 1881 – ein Datum, das eine Verbindung zur Pestepidemie des 17. Jahrhunderts unwahrscheinlich macht. Die Theorie, die das Lied mit der Krankheit verknüpft, tauchte überhaupt erst 1961 auf, Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung.

Forscher vermuten, dass der Reim ursprünglich ein Kinderspiel aus dem Deutschland des 18. Jahrhunderts war. Andere führen ihn auf religiöse Spieletreffen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zurück. Die zahlreichen regionalen Varianten der Liedtexte erschweren zudem den Versuch, ihm eine einzige Bedeutung zuzuweisen.

Trotz der hartnäckigen Behauptungen gibt es keinen stichhaltigen Beleg dafür, dass der Reim den Schwarzen Tod oder eine andere Pest thematisiert. Die meisten Historiker betrachten diese Verbindung mittlerweile als modernen Mythos. Die naheliegendste Erklärung bleibt, dass es von Anfang an ein harmloses Kinderlied war.

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Die Assoziation mit der Großen Pest hält sich zwar in der Volksüberlieferung, doch die Belege deuten auf eine andere Geschichte hin. Die Wurzeln des Reims liegen in spielerischen Traditionen – nicht in dunklen historischen Ereignissen. Seine anhaltende Beliebtheit verdankt er schlicht seiner Funktion als einfaches, fröhliches Kinderspiel.

Quelle