RAW-Gelände in Berlin: Drohende Räumungen lösen Proteste und politische Forderungen aus
Janos NeureutherRAW-Gelände in Berlin: Drohende Räumungen lösen Proteste und politische Forderungen aus
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel – Räumungen drohen
Einige Mieter des RAW-Geländes in Berlin müssen mit Räumungen rechnen, darunter der Club Cassiopeia und andere Kulturstätten. Bereits nächste Woche könnten erste Zwangsräumungen vollstreckt werden – was Proteste und Forderungen nach politischem Handeln auslöst.
Das RAW-Gelände ist seit langem ein kulturelles Zentrum der Stadt. Ursprünglich ein Wartungsdepot der Reichsbahn, entwickelte es sich nach dem Mauerfall zu einem Ort für Clubs, Konzerte und Gemeinschaftsveranstaltungen. Heute beherbergt es den Club Cassiopeia, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen und saisonale Märkte.
Die Spannungen verschärften sich im Januar, als die Kurth-Gruppe eine beschleunigte Baugenehmigung für Wohnungsneubauten forderte. Senat und Bezirk lehnten ab, woraufhin die Verhandlungen scheiterten. Streitpunkt ist, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele der historischen Hallen erhalten bleiben.
Als Reaktion startete Benjamin Kiepurning, Mitarbeiter des Club Cassiopeia, eine Petition, in der die Kurth-Gruppe aufgefordert wird, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Unterstützer versammelten sich unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ am Kurfürstendamm, um gegen die Räumungen zu protestieren. Die Petition soll an diesem Freitag dem Senat überreicht werden, um Druck auf den Investor auszuüben und die Zukunft des Geländes zu sichern.
Die Kurth-Gruppe wirft der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben. Senat und Bezirk hingegen werfen dem Unternehmen vor, die Clubs und die soziokulturelle Vielfalt des Geländes zu gefährden.
Bereits jetzt liegen einigen Mietern Räumungsbescheide vor, mit Vollstreckungen ist in den kommenden Tagen zu rechnen. Die Petition und die Proteste zielen darauf ab, eine Lösung zu erzwingen, bevor weitere Einrichtungen das Gelände verlassen müssen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das RAW-Gelände als kulturelles Wahrzeichen erhalten bleibt – oder einer umfassenden Neubebauung weichen muss.
