24 June 2026, 20:19

Opernhäuser setzen auf Lifestyle statt Hochkultur – funktioniert das?

Die Neue Kitschigkeit

Opernhäuser setzen auf Lifestyle statt Hochkultur – funktioniert das?

Große Opernhäuser ändern ihre Strategie auf Instagram: Statt sich auf Musik und Kunst zu konzentrieren, setzen viele nun auf Lifestyle-Inhalte. Mit diesem Wandel wollen sie jüngere Zielgruppen mit einem lockeren Auftreten ansprechen.

Der Account der Festspielhaus Baden-Baden zeigt Beiträge zu „Klassik und Spritz“ oder „Sundowner mit DJ auf der After-Show-Terrasse“. Hier wird Hochkultur mit geselligem Erlebnis verbunden. Die Wiener Staatsoper lässt mit Hemma und Jakob das Opernhaus zum Spielplatz oder kulinarischen Hotspot werden – inklusive Tutorials zum Bestellen am Büfett in der Pause oder Knigge-Grundlagen.

Die Bayerische Staatsoper geht einen anderen Weg: Ihr Fokus liegt auf der Musik, mit Diskussionen über Wagner, das Orchester oder philosophische Fragen. Holger Noltze erklärt in traditioneller, fast altbackener Manier komplexe Themen.

Andere Häuser setzen auf Kommerz. Die Staatsoper Berlin wirbt für Sponsoren wie BMW, während „Opera Bert“ in verschiedenen Accounts auftaucht – mit Clips wie einem Moderator unter der Dusche oder Tenor Jonathan Tetelman, der seine Rolle mit übertriebenen Gesten kommentiert. Junge Influencer bewerben Drinks, Dresscodes und „Überlebenstipps“ statt musikalischer Einblicke.

Opernhäuser nutzen Instagram heute, um moderne Zielgruppen zu erreichen. Manche bleiben der Musik und Tradition treu, andere setzen auf Lifestyle und Sponsoring. Das Ergebnis ist ein Mix aus klassischer Diskussion und unterhaltsamem, musikfernem Content.

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