30 June 2026, 12:24

NRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke – Streit um 1 Milliarde Euro droht

Schwach verteidigte Vertragsauflösung Rheinbrücke

NRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke – Streit um 1 Milliarde Euro droht

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Baukonzern Porr für die neue Rheinbrücke zu kündigen. Der Schritt folgt auf Bedenken wegen systematischer Mängel und schwerwiegender Fehler in den verwendeten Stahlkomponenten. Der Rechtsstreit über die Vertragsauflösung wird nun vor dem Landgericht Köln ausgetragen.

Die Kündigung des Vertrags wurde von Wüst genehmigt, um den Fertigstellungstermin der Brücke zu beschleunigen. Er handelte dabei im Auftrag der Bundesregierung und stützte sich auf Gutachten, um die Entscheidung zu rechtfertigen. Die Aktenlage ist umfangreich – über 20.000 Seiten umfassen die Unterlagen –, wobei ein Güte- und Verhandlungstermin für den 16. Oktober 2023 angesetzt ist.

Die finanziellen Risiken sind beträchtlich: Die Bundesregierung fordert Schadensersatz in Höhe von mehr als 350 Millionen Euro, während Porr mit einer Gegenforderung von über 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und entgangene Aufträge kontert. Der Gesamtstreitwert könnte inklusive Zinsen auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen.

Das Projekt selbst umfasst zwei parallele Brücken. Die erste ist bereits in Betrieb, die zweite befindet sich im Bau. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, während die Montage der Pylone für September 2026 geplant ist. Die vollständige Fertigstellung des Projekts wird für Mitte 2028 erwartet.

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NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, dass das Land unabhängig vom Ausgang des Verfahrens keine negativen Folgen befürchte. Der Rechtsstreit bleibt vorerst ungelöst, wobei beide Seiten erhebliche Forderungen geltend machen. Die Bauarbeiten gehen wie geplant voran, und wichtige Meilensteine stehen bevor. Das Urteil wird zwar die finanzielle Verantwortung klären, doch eine Verzögerung des Projektzeitplans wird nicht erwartet.

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