05 May 2026, 12:28

Merz' erstes Kanzlerjahr: Umfragen im Keller, Koalition am Limit

Alte Karte aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen Deutschlands zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Merz' erstes Kanzlerjahr: Umfragen im Keller, Koalition am Limit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sein erstes Amtsjahr mit schwachen Umfragewerten – sowohl für sich selbst als auch für seine Koalition – hinter sich gebracht. Die Spannungen haben zugenommen, seit er die SPD öffentlich für mangelnde Kompromissbereitschaft verantwortlich macht und damit die Gräben innerhalb der Regierung vertieft.

Im vergangenen Jahr hat die SPD bereits in zentralen Politikbereichen nachgegeben, etwa in der Migrationspolitik, beim Bürgergeld und bei der Rente. Doch Merz’ wiederholte Kritik an der Partei hat bei den Koalitionspartnern Frust ausgelöst. Beobachter werten seinen Kurs mittlerweile als Fehlkalkulation, die seine eigene Position gefährden könnte.

Bildungsministerin Karin Prien wies kürzlich auf die sich verschlechternde Beziehung zwischen Union und SPD hin. Sie warnte, dass eine Regierungsführung, die Koalitionspartnern keine sichtbaren Erfolge zugesteht, oft zu Instabilität führe. Dieses Muster habe sich in früheren Bündnissen gezeigt, wo das Fehlen gemeinsamer Erfolge die Zusammenarbeit schwächte.

Auch in Merz’ eigener Partei wächst der Widerstand. Seine konfrontative Haltung hat einige Unionsmitglieder verprellt, während eine Fraktion ihn weiter zu einer noch härteren Gangart gegen die SPD drängt. Gleichzeitig zeigen CDU-Ministerpräsidenten wie Daniel Günther und Hendrik Wüst, wie stabile Koalitionen funktionieren: indem sie ihren Partnern Anerkennung für erreichte Fortschritte zollen.

Merz’ jüngste Vorwürfe könnten weiteren Widerstand der SPD provozieren. Zugleich vertiefen sie die Spaltungen in den eigenen Reihen und erschweren die Regierungsarbeit zusätzlich.

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Das erste Jahr des Kanzlers war geprägt von sinkender Unterstützung und innerem Streit. Seine Strategie, die SPD für die Probleme verantwortlich zu machen, während er deren Zugeständnisse ignoriert, könnte die Instabilität der Koalition weiter verschärfen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Merz seinen Kurs ändert – oder ob die Spannungen weiter eskalieren.

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