14 March 2026, 12:26

Maria Kolesnikowa erhält nach Haft den Internationalen Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines bärtigen Mannes in einem Mantel und mit Brillengläsern, mit der Beschriftung "Fritz Luckhardt, Gründer der deutschen Kommunistischen Partei" unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält nach Haft den Internationalen Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz

Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa hat nach Jahren in Haft endlich den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung, die ihr bereits 2022 zuerkannt, aber erst jetzt entgegengenommen wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Ihre Freilassung im Dezember 2022 folgte auf eine harte elfjährige Haftstrafe wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko.

Kolesnikowa war 2020 während der landesweiten Demonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Oppositionsarbeit. Trotz der Härte des Urteils lehnte sie es ab, Belarus zu verlassen – selbst als ihr die Möglichkeit zur Ausreise angeboten wurde.

Der Karlspreis, eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas, war ihr 2022 verliehen worden. Zu den früheren Preisträgern zählen Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Damals saß Kolesnikowa noch im Gefängnis und konnte nicht an der Verleihungszeremonie teilnehmen.

Erst am 10. Februar 2023 nahm sie die Auszeichnung in der historischen Krönungshalle zu Aachen entgegen. In ihrer Rede bezeichnete sie die Ehrung als "enorme Ehre" und ein kraftvolles Zeichen der Solidarität während ihrer Inhaftierung. Armin Laschet, Vorsitzender des Kuratoriums des Karlspreises, betonte, dass ihre Anwesenheit eine starke Botschaft an alle sende, die in ganz Europa für Freiheit und Demokratie kämpften.

Die ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin Kolesnikowa war zu einer Symbolfigur des Widerstands in Belarus geworden. Ihre Weigerung, das Land zu verlassen – trotz aller Risiken –, unterstrich ihr Engagement für die Oppositionsbewegung.

Die Preisverleihung markierte Kolesnikowas ersten großen öffentlichen Auftritt seit ihrer Freilassung. Ihr Fall bleibt ein zentraler Bezugspunkt in der Debatte über politische Repression in Belarus. Der Karlspreis lenkt weiterhin die Aufmerksamkeit auf die Kämpfe derjenigen, die sich in der Region für demokratischen Wandel einsetzen.

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