09 May 2026, 14:29

Marderhund-Plage in Münster: Warum die invasive Art zur Bedrohung wird

Schwarzes und weißes Foto eines Waschbären auf dem Cover einer zoologischen Gesellschaftszeitschrift mit Text.

Marderhund-Plage in Münster: Warum die invasive Art zur Bedrohung wird

Münster kämpft mit wachsender Plage durch Marderhunde

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In Münster mehren sich die Probleme mit Marderhunden, einer invasiven Art, die zunehmend für Störungen sorgt. Seit Beginn der Jagdzeit am 1. April wurden bereits über 70 Tiere erlegt – fast dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr. Lokale Experten warnen, dass sich der Bestand in der Region Heidekreis mittlerweile unkontrollierbar ausgebreitet hat.

Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Marderhund hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant in Deutschland verbreitet. Dank seiner Anpassungsfähigkeit besetzt er Nester von Vögeln, Eichhörnchen und anderen heimischen Tieren. Sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten dringt er in Dachböden, Schornsteine und Nebengebäude ein und richteten dort oft erhebliche Schäden an.

Peter Westermann, Vorsitzender des Münsteraner Jägerverbands, spricht von einer „enormen“ Plage. Er betont, dass viele Anwohner das Problem noch verschärfen, indem sie Wildtiere füttern – und so zusätzliche Nahrungsquellen schaffen, die Marderhunde anlocken. Zudem kommt es häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten, wenn die Tiere zur Belästigung werden.

Thomas Brammer, der Kreisjägmeister, bestätigt, dass die Situation längst lokal nicht mehr beherrschbar ist. Westermann fügt hinzu, dass nun ein gezieltes Management der Art unerlässlich sei, da ihre ungebremste Ausbreitung heimische Ökosysteme bedrohe.

Der deutliche Anstieg der Abschusszahlen – von 26 Tieren im Vorjahr auf über 70 in dieser Saison – unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Die Behörden appellieren weiterhin an die Bevölkerung, Wildtiere nicht zu füttern, da dies nur weitere Konflikte fördere. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird sich der Marderhundbestand voraussichtlich weiter in der Region ausbreiten.

Quelle