14 April 2026, 02:29

Lohnstreit im Duisburger Hafen eskaliert: Verdi fordert Tarifeinheit für alle Beschäftigten

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die Fair-Wages-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Lohnstreit im Duisburger Hafen eskaliert: Verdi fordert Tarifeinheit für alle Beschäftigten

Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen spitzt sich im Duisburger Hafen zu

Am Duisport, Deutschlands größtem Binnenhafen, eskaliert ein Konflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Betriebsrat des Unternehmens vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten, und fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten. Die Spannungen verschärfen sich, da die Mitarbeiter ihre Bezahlung mit der ihrer Kollegen in tarifgebundenen Häfen wie Hamburg und Bremerhaven vergleichen.

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Duisport, zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln des Landes Nordrhein-Westfalen, arbeitet derzeit ohne Tarifbindung. Das Unternehmen behauptet, alle Kranführer würden gleich entlohnt, doch die Beschäftigten kritisieren, dass die Gehälter individuell ausgehandelt werden – ohne transparente Struktur. Verdi widerspricht der Darstellung des Unternehmens, "über Tarif" zu zahlen, und verweist darauf, dass ungelerntes Fachpersonal bei einer 40-Stunden-Woche brutto nur 2.750 Euro verdiene.

Eine nicht repräsentative Umfrage unter über 200 Mitarbeitern von Duisport und seinen Tochtergesellschaften ergab, dass 95 Prozent einen Tarifvertrag befürworten. Vier Beschäftigte äußerten öffentlich Kritik an ihren Arbeitsbedingungen und betonten, dass Löhne und Sozialleistungen hinter denen der benachbarten öffentlichen Häfen zurücklägen. Zum Vergleich: Tarifgebundene Kranführer in Hamburg und Bremerhaven verdienen bei einer 35-Stunden-Woche rund 5.000 Euro brutto – zuzüglich erheblicher Zulagen.

Sören Brandes, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, setzt sich für einen flächendeckenden Tarifvertrag ein, der sowohl den Duisburger Hafen als auch die Duisport AG abdeckt. Er warf dem Betriebsrat vor, "nichts weiter als ein Schoßhündchen" der Unternehmensführung zu sein, und behauptete, Verdi werde von wichtigen Verhandlungen ausgeschlossen. Die Gewerkschaft betont, dass das aktuelle System die Beschäftigten ohne faire Vertretung und ohne einheitliche Lohnstandards lasse.

Der Konflikt offenbart die Kluft zwischen der Lohnpolitik des Duisports und der tarifgebundener Seehäfen. Arbeiter und Gewerkschaft drängen auf einen Tarifvertrag, um die Bezahlung zu vereinheitlichen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Bisher hat das Unternehmen weder auf die jüngsten Forderungen der Gewerkschaft noch auf die Umfrageergebnisse reagiert.

Quelle