Lesung in Lünen: Warum Femizide in Deutschland kein Einzelschicksal sind
Irmengard SteinbergLesung in Lünen: Warum Femizide in Deutschland kein Einzelschicksal sind
Am 25. November 2025 findet in Lünen eine besondere Lesung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen statt. Die Journalistin und Autorin Julia Cruschwitz wird Auszüge aus ihrem 2023 erschienenen Buch "Femizide: Die Tötung von Frauen in Deutschland" präsentieren, das sich mit dem anhaltenden Problem geschlechtsspezifischer Tötungsdelikte im Land auseinandersetzt. Ziel der Veranstaltung ist es, das Bewusstsein zu schärfen und eine öffentliche Debatte über Gewalt gegen Frauen als gesellschaftliches – und nicht als privates – Problem anzustoßen.
Die Lesung findet im Persiluhr-Treffpunkt der Lünener Stadtbibliothek (Zugang über Gartenstraße 4) statt. Der Eintritt ist frei, um eine Anmeldung über die Volkshochschule Lünen wird jedoch gebeten.
Cruschwitz' Buch legt eine alarmierende Entwicklung offen: Seit der Veröffentlichung 2023 wurden bis Anfang 2026 mindestens 421 Frauen in Deutschland von (Ex-)Partnern getötet – allein 2023 starben 360 Frauen durch Gewalt, wobei 68,6 Prozent der Fälle im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt standen. Ihre Recherchen hinterfragen zudem die häufige Darstellung solcher Verbrechen als "Beziehungstragödien", die deren Wurzeln in struktureller Ungleichheit verschleiert.
Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung will gängige Vorurteile widerlegen und deutlich machen, dass Femizide in Deutschland eine tägliche Realität sind.
Die Lesung bietet der Öffentlichkeit die Chance, sich mit Cruschwitz' Erkenntnissen auseinanderzusetzen und über die gesamtgesellschaftlichen Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt nachzudenken. Durch offenen Austausch soll das Bewusstsein geschärft und betont werden, dass die Bekämpfung von Femiziden ein gemeinschaftliches Handeln erfordert.






