19 March 2026, 14:41

Kulturkrieg im HKW: Warum Berlins Haus der Kulturen der Welt in der Krise steckt

Plakat für die Berliner Secession mit einer Frau in einem grünen Kleid und einem Mann in einem schwarzen Anzug, mit Text zur Beschreibung des Ereignisses.

Kulturkrieg im HKW: Warum Berlins Haus der Kulturen der Welt in der Krise steckt

Berlins Haus der Kulturen der Welt (HKW) steht im Zentrum einer hitzigen Kulturdebatte. Seit Bonaventure Soh Bejeng Ndikung 2023 die Leitung übernahm, sieht sich das Programm des Hauses mit massiver Kritik von Politikern, Künstlern und konservativen Kreisen konfrontiert. Die Kontroverse erinnert an frühere Auseinandersetzungen bei der documenta 15 und im Gropius-Bau, wo Vorwürfe ideologischer Voreingenommenheit laut wurden und Forderungen nach Kürzungen der Fördergelder erhoben wurden.

Ndikung, ein kamerunischer Biologe, schrieb Geschichte als erster Direktor einer großen deutschen Kultureinrichtung, die vollständig von People of Color geleitet wird. Sein Fokus auf dekoloniale und antwestliche Themen stieß jedoch schnell auf Widerstand in der deutschen Kulturlandschaft. Konservative Kräfte, darunter die AfD, warfen dem HKW vor, spalterische Ideologien zu fördern – was zu Protesten und einer zunehmenden medialen Polarisierung bis ins Jahr 2025 führte.

Die Spannungen eskalierten, als dem schwäbischen Rapper Chefket, der vom Goethe-Institut zum "Rap-Botschafter" ernannt worden war, sein Konzert im HKW abgesagt wurde. Kulturminister Wolfram Weimer griff ein, nachdem Chefket geplant hatte, am Jahrestag eines Hamas-Angriffs auf Israel in einem "Palästina"-T-Shirt mit der Umrisszeichnung Israels aufzutreten. Die Entscheidung löste einen Boykott aus: Aus Solidarität sagten alle anderen deutschen Künstler ihre Auftritte im HKW ab.

Ein weiterer Rückschlag folgte, als die Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann, "Die Möglichkeit der Unvernunft", den Ruf des HKW nicht wiederherstellen konnte. Noch vor Kurzem war das Haus eine Bühne für internationale Künstler wie den haitianischen Saxophonisten Jowee Omicil – doch heute kämpft die Institution um Relevanz. Trotz seiner prominenten Lage in der Nähe des Bundeskanzleramts ignorieren Bundespolitiker die anhaltenden Konflikte weitgehend.

Die Folgen haben das HKW isoliert zurückgelassen: Veranstaltungsabsagen und ein ausgedünntes Programm sind die Folge. Die Bundesförderung bleibt ungewiss, und die Rolle des Hauses in der deutschen Kulturlandschaft steht infrage. Vorerst dauern die Debatten über Ideologie und künstlerische Freiheit an – ohne absehbare Lösung.

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