20 March 2026, 16:29

Junge Menschen in Deutschland wenden sich zunehmend von der Demokratie ab

Weißes Papier mit "Wir kämpfen nur für die Demokratie" darauf, an einer Wand befestigt.

Junge Menschen in Deutschland wenden sich zunehmend von der Demokratie ab

Die Unterstützung für die Demokratie unter jungen Menschen in Deutschland geht stark zurück. Eine aktuelle Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt, dass nur noch die Hälfte von ihnen mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden ist. Das ist ein drastischer Rückgang im Vergleich zu vor nur zwei Jahren, als die Zufriedenheit noch bei 77 Prozent lag.

Die neuesten Erkenntnisse belegen, dass lediglich 47 Prozent der jungen Menschen den Eindruck haben, dass die Demokratie in der Praxis gut funktioniert. Auch die Zustimmung zu demokratischen Werten hat nachgelassen: Nur noch 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen stehen hinter der Demokratie – ein Rückgang um zehn Prozentpunkte im Vergleich zu früheren Werten. Bei den 14- bis 18-Jährigen hat sich die Unzufriedenheit mehr als verdoppelt: Sie stieg von 23 Prozent im Jahr 2023 auf 53 Prozent im Frühjahr 2025.

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Forscher teilen die jungen Menschen in drei Gruppen ein: 44 Prozent gelten als überzeugte "Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner". Undemokratische Ansichten nehmen zu – so stimmen 47 Prozent der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Einzelpartei", und 15 Prozent wären unter bestimmten Bedingungen sogar für eine Diktatur offen.

Die Konfrontation mit extremistischem Inhalt im Internet bereitet große Sorgen. Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Radikalisierung in sozialen Medien, Chatgruppen und auf Gaming-Plattformen. Die klassische politische Bildung in Schulen kommt mit der digitalen Manipulation kaum noch mit.

Die Studie offenbart zudem einen klaren Veränderungswunsch: 76 Prozent der jungen Menschen und jungen Erwachsenen fordern, dass Schulen politische Themen stärker im Unterricht behandeln. Besonders bei den jüngeren Altersgruppen ist das Vertrauen in zentrale Institutionen drastisch gesunken – ein weiteres Alarmsignal für die Stabilität der Demokratie.

Der Rückgang der demokratischen Unterstützung unter Jugendlichen deutet auf tiefgreifendere Herausforderungen hin. Online-Radikalisierung und eine schwache politische Bildung tragen zu diesem Wandel bei. Angesichts der Tatsache, dass fast die Hälfte unzufrieden mit der Leistung der Demokratie ist, werden die Rufe nach einer Stärkung der politischen Bildung in Schulen immer lauter.

Quelle