Henkel kündigt Preiserhöhungen wegen Lieferketten-Krise und Ölpreisen an
Janos NeureutherHenkel kündigt Preiserhöhungen wegen Lieferketten-Krise und Ölpreisen an
Henkel warnt vor unvermeidlichen Preiserhöhungen – Lieferketten unter Druck
Der Konsumgüterkonzern Henkel hat vor unvermeidlichen Preisanpassungen gewarnt, da globale Lieferketten zunehmend unter Druck geraten. Unternehmenschef Carsten Knobel führte die steigenden Kosten auf geopolitische Spannungen zurück, insbesondere auf den seit Ende Februar 2026 eskalierenden Konflikt im Nahen Osten. Trotz starker Finanzzahlen im Jahr 2025 zwingt die aktuelle Instabilität das Unternehmen nun zu einer Neubewertung seiner Preispolitik.
Der Krieg mit Beteiligung des Iran hat die Versorgung mit Rohstoffen, vor allem mit Öl, beeinträchtigt – was sich indirekt auf Henkels Geschäftsabläufe auswirkt. Zwar bezieht das Unternehmen keine direkten Lieferungen aus den Krisenregionen, doch steigende Treibstoff- und Transportkosten werden von Zulieferern und Logistikpartnern weitergegeben. Knobel betonte, dass ein weiteres Zögern bei Preisanpassungen die finanzielle Belastung nur verschärfen würde.
2021 hatte Henkel einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro erzielt, wobei Marken wie Persil und Schwarzkopf auch nach früheren Preiserhöhungen die Kundentreue halten konnten. Nun setzt das Unternehmen auf Produktinnovation und Qualität, um weitere Preissteigerungen zu rechtfertigen. Mit etwa 47.000 Beschäftigten weltweit – weniger als ein Fünftel davon in Deutschland – bleibt Henkel anfällig für Schwankungen auf den globalen Märkten.
Der Vorstandsvorsitzende äußerte die Hoffnung, dass sich die Krise noch vor Jahresende abschwächen könnte. Gleichzeitig räumte er ein, dass anhaltend hohe Ölpreise weiterhin die Kosten für Materialien, Logistik und Produktion in die Höhe treiben würden.
Henkels aktuelle Warnung spiegelt die größeren Herausforderungen im Welthandel wider, wo geopolitische Risiken die jüngsten Effizienzgewinne überlagern. Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Haushalts- und Beauty-Produkte einstellen, während das Unternehmen auf die gestiegenen Kosten reagiert. Im Fokus steht dabei die Balance zwischen Rentabilität und Kundenbindung in einem unsicheren Marktumfeld.






