Führungswechsel bei der Linken in Bergisch Gladbach nach finanziellen Querelen
Janos NeureutherFührungswechsel bei der Linken in Bergisch Gladbach nach finanziellen Querelen
In der Bergisch Gladbacher Kreisverbands der Linkspartei hat ein bedeutender Führungswechsel stattgefunden. Der langjährige Vorsitzende Tomás Santillán trat nach Jahren prägender lokalpolitischer Arbeit von seinem Amt zurück. Sein Rückzug folgt auf finanzielle Streitigkeiten und die Weigerung der Mitgliederversammlung, seinen Vorstandsbericht zu billigen.
Bei der Sitzung wurden zudem neue Gesichter in Schlüsselpositionen gewählt – ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Führung.
Santillán hatte den Kreisverband der Linkspartei in Bergisch Gladbach über einen langen Zeitraum hinweg geleitet. Statt an der jüngsten Mitgliederversammlung teilzunehmen, reichte er eine ausführliche Pressemitteilung als „Bericht des Vorstands“ ein. Die Versammlungsleitung lehnte dieses Dokument jedoch mit Verweis auf formale und inhaltliche Mängel ab.
Die Mitglieder stimmten anschließend gegen die Entlastung von Santillán sowie Sylke Heisterhagen, Hale Bagherzadeh und Klaus Reuschel-Schwitalla. Reuschel-Schwitalla, der bisherige Schatzmeister, wurde einstimmig mit 40:0 Stimmen durch Marcel Scharge ersetzt. Kolja Pfeiffer und Iwona Winterscheid wurden zudem mit deutlicher Mehrheit zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt.
Santillán übernahm öffentlich die Verantwortung für das, was er als „finanzielles Chaos“ bezeichnete. Die neuen Vorstandsmitglieder müssten nun die anstehenden Probleme lösen, so der Rücktrittende. Obwohl er sich aus der Vorsitzendenrolle zurückzieht, will er weiterhin in der Kommunalpolitik aktiv bleiben – mit Schwerpunkt auf Wohnungsbau, Stadtplanung und Bildung, allerdings eher in einer unterstützenden als in einer führenden Funktion.
Als Folge der Kreisversammlung ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Bergisch Gladbacher Ortsverbands anberaumt worden.
Die Linkspartei in Bergisch Gladbach steht nun nach einer Phase innerparteilicher Konflikte vor einem neu formierten Führungsteam. Der frisch gewählte Vorstand muss sich um die während der Versammlung aufgezeigten ungelösten Finanzfragen kümmern. Santilláns Rückzug vom Vorsitz markiert das Ende einer Ära, auch wenn er weiterhin hinter den Kulissen an der lokalen Politik mitwirken will.






