Bio-LNG revolutioniert den Schwerlastverkehr – fast klimaneutral unterwegs
Irmtrud BolzmannBio-LNG revolutioniert den Schwerlastverkehr – fast klimaneutral unterwegs
Die Plattform für nachhaltigen Schwerlastverkehr arbeitet seit 2022 daran, den Einsatz sauberer Kraftstoffe und Technologien zu beschleunigen. Im Fokus stehen zentrale Bereiche wie Infrastruktur, Mobilität, Wasserstoff sowie die Umstellung der Wirtschaft auf grüne Lösungen. Eine der vielversprechendsten Alternativen in der Diskussion ist Bio-Flüssigerdgas (Bio-LNG), ein Kraftstoff, der bereits heute Lkw antreibt – und das mit nahezu null CO₂-Emissionen.
Bio-LNG wird zunehmend im Güterverkehr eingesetzt und bietet die Möglichkeit, den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Der Kraftstoff stammt aus zertifizierten europäischen Quellen, was kurze und zuverlässige Lieferketten garantiert. Der Aufbau der notwendigen Infrastruktur gestaltete sich unkompliziert und erforderte nur moderaten Aufwand – ohne Abhängigkeit von bestehenden Gas- oder Stromnetzen.
LNG-Lkw – ob mit Bio-LNG oder fossilem Flüssigerdgas betrieben – erreichen eine Reichweite und Betankungsgeschwindigkeit, die mit Diesel-Fahrzeugen vergleichbar ist. Das macht sie zu einer praktikablen Lösung für den Fernverkehr. Allerdings liegen die Anschaffungskosten für Bio-LNG-Lkw weiterhin 10–20 % höher als bei Diesel-Modellen. Die geringeren Kraftstoffkosten – etwa 10 % günstiger – mildern jedoch die Preisdifferenz.
Ein großes Hindernis ist das aktuelle Mautsystem, das Bio-LNG und fossiles LNG gleich behandelt. Diese Regelung hebt jeden finanziellen Anreiz für Spediteure auf, die sich für die umweltfreundlichere Variante entscheiden, und bremst so die Verbreitung – trotz der klaren ökologischen Vorteile.
Die Plattform setzt sich weiterhin für Anpassungen ein, die Bio-LNG wettbewerbsfähiger machen sollen. Mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte der Kraftstoff eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs spielen. Diejenigen Unternehmen, die ihn bereits nutzen, beweisen: Nahezu CO₂-neutraler Transport ist mit der heutigen Technologie machbar.






