19 April 2026, 02:29

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der Videobeweis früher kommen muss

Schiedsrichter spricht mit zwei Fußballspielern auf einem saftigen grünen Feld, ein Spieler hält einen Ball.

Abseits-Debakel im DFB-Pokal: Warum der Videobeweis früher kommen muss

Ein übersehener Abseitsfehler im DFB-Pokal-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München hat die Diskussionen über den Videobeweis neu entfacht. Schiedsrichter Tobias Welz übersah in der 36. Minute die Abseitsposition von Leroy Sané, was zu einem Tor für die Bayern führte. Der Vorfall hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises im Wettbewerb dringlicher werden lassen.

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Der Videobeweis wurde im DFB-Pokal erstmals in der Saison 2019/20 eingeführt – allerdings erst ab dem Viertelfinale. Kritiker fordern nun, das System bereits früher einzusetzen, möglicherweise ab der zweiten Runde, um ähnliche Fehler zu vermeiden.

Die Kosten für die Einführung des Videobeweises bleiben jedoch ein großes Hindernis. In der Bundesliga und 2. Bundesliga belaufen sich die Ausgaben pro Spiel auf fast 20.000 Euro, die jährlichen Gesamtkosten liegen bei rund 11 Millionen Euro. Allein für das Personal werden davon fast eine Million Euro fällig. Vereine außerhalb der beiden höchsten Spielklassen verfügen nicht über die notwendige Technik, was einen früheren Einsatz des Videobeweises finanziell schwierig macht.

Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees hält eine frühere Einführung für machbar, sofern Personal- und Infrastrukturprobleme gelöst werden. Ungeklärt bleibt jedoch die Finanzierung, da die Fernseheinnahmen die zusätzlichen Kosten nicht vollständig decken. Die Debatte darüber, ob die Vorteile einer größeren Fairness die finanzielle Belastung für kleinere Vereine überwiegen, dauert an.

Der übersehene Abseits im Spiel Köln gegen Bayern hat die Risiken einer verzögerten Einführung des Videobeweises in den K.-o.-Runden verdeutlicht. Eine Ausweitung des Systems würde erhebliche Investitionen erfordern – doch eine klare Finanzierungslösung steht noch aus. Die Zukunft des Videobeweises im DFB-Pokal bleibt vorerst ungewiss.

Quelle